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Story

Berlin gegen interpersonale Gewalt im Spitzensport

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Berlin ist eines der 16 Gründungsmitglieder des Trägervereins Zentrum für Safe Sport e.V. Ziel ist es, Betroffenen von interpersonaler Gewalt im Spitzensport mehr Gehör zu verschaffen und Aufarbeitung sowie Prävention zu betreiben. 

Sicherer Sport

Gemeinsam gegen Gewalt und Machtmissbrauch

Im Sport gilt das Prinzip Fair Play. Sportlerinnen und Sportler respektieren sich gegenseitig, halten sich an geltende Regeln und gefährden weder sich noch andere. So zumindest sollte es sein. Viel zu häufig kommt es jedoch zu Verstößen gegen diesen sportlichen „Ehrenkodex“ in Form von unfairem Verhalten, Machtmissbrauch oder Gewalt. Gewalt im Sport kann dabei ganz unterschiedliche Formen und Auswirkungen haben – und bleibt erschreckend oft unbemerkt oder wird verschleiert. Um dem gezielter entgegenzuwirken, wurde im Juli 2026 der Trägerverein für das unabhängige Zentrum für Safe Sport (ZfSS) offiziell gegründet. Die Initiative geht auf Bund und Länder zurück. Berlin ist eines der 16 Gründungsmitglieder. Am feierlichen Festakt zur Gründung des Trägervereins im Bundeskanzleramt nahm im Juli dieses Jahres stellvertretend für das Land Berlin Iris Spanger, Senatorin für Inneres und Sport, teil. 

 

Der Trägerverein wird das ZfSS aufbauen, dass seinen Sitz in Kassel haben wird und im Frühjahr 2027 mit seiner Arbeit beginnen soll. Anstoß für die Initiative waren unter anderem auch konkrete Fälle aus dem deutschen Spitzensport, die zu einem mehrjährigen Beteiligungsprozess von Bund, Ländern, Sportorganisationen, Athletenvertretungen, Wissenschaft sowie Betroffenenvertretungen geführt haben. Mit dem Zentrum für Safe Sport schaffen Bund und Länder nun eine unabhängige Struktur, die bestehende Angebote ergänzt und den Schutz von Athletinnen und Athleten nachhaltig stärkt.

 

Das Zentrum soll - zunächst für den Spitzensport – als unabhängige Instanz agieren und Vorwürfe psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt untersuchen, aufarbeiten und gegebenenfalls und je nach Befugnis sanktionieren. Die Grundlage dafür bilden einheitliche Verfahrensstandards, die von Bund und Ländern sowie den weiteren Stakeholderinnen und Stakeholdern gemeinsam entwickelt worden sind. Neben gezielter Intervention soll gleichzeitig aber auch Prävention im Fokus stehen. Voraussetzung für ein Tätigwerden ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Zentrum und der einzelnen Sportorganisation. Darin wird vereinbart, dass dem ZfSS Verdachtsfälle oder konkrete Gewaltvorwürfe gemeldet werden und die Zuständigkeit für Untersuchungs-, Mediations- oder Disziplinarverfahren teils oder komplett an das Zentrum übertragen wird. Gleichzeitig steht die Sportorganisation weiterhin in der Verantwortung, interne Schutzkonzepte und Safe Sport Codes zu etablieren und die Entscheidungen des ZfSS schlussendlich auch konsequent umzusetzen. 

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Gewalt und Machtmissbrauch haben im Sport keinen Platz – auch dafür steht das ZfSS.  Ob das Angebot des Zentrums zukünftig eine wichtige Rolle im Profisport einnehmen wird, darüber entscheiden auch die Sportlerinnen, Sportler sowie Sportorganisationen und Spitzenverbände selbst. Zwar haben schon viele Betroffene den Mut gefunden, die Stimme zu erheben und Missstände öffentlich zu machen. Doch braucht es auch weiterhin die Stärke von Athletinnen und Athleten sowie die Bereitschaft der Sportorganisationen, genauer hinzuschauen und Vorfälle zu melden, um Gewaltverhältnissen langfristig entgegenzuwirken. Mit der Gründung des Trägervereins des ZfSS ist nun also ein weiterer wichtiger Schritt getan, um Schutzstrukturen gemeinsam und langfristig aufzubauen und umzusetzen.