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Ehrensache: Engagement im Berliner Sportbetrieb
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Ehrenamt im Berliner Sport
Ehrenamt im Sport findet überall statt: Auf und neben dem Platz, dem Schwimmbecken oder der Turnmatte, bei der Organisation und Durchführung von Wettkämpfen, Ligabetrieb oder Vereinsfest und im Management und der Betreuung von Jugend- bis hin zu Erwachsenenmannschaften. Der Landessportbund Berlin (LSB) beziffert die Anzahl an Ehrenamtlichen im Berliner Sportbetrieb auf 60.000.1 Neben ehrenamtlich Engagierten in festen Positionen, etwa auf Vorstandsebene oder als Trainerin oder Trainer, gibt es in Berlin zusätzlich auch zahlreiche Menschen, die sich freiwillig und ohne konkrete Aufgabe regelmäßig für ihren Verein engagieren. Der 9. Sportentwicklungsbericht (SEB), der vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Auftrag gegeben wurde, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den 16 Landessportverbänden entstanden ist und 2025 veröffentlicht wurde, geht von 171.000 Berlinerinnen und Berlinern aus, die unter anderem Kuchen backen, sich für Fahrdienste zur Verfügung stellen und vieles mehr.2 Die Berliner Vereine können Unterstützung wie diese gut gebrauchen. Auf 2.300 Vereine kommen 822.294 Mitgliedschaften – Tendenz steigend.3 Sogenanntes Freies Engagement ist aber auch außerhalb des organisierten Breitensports gefragt. So etwa bei der Umsetzung von Sport(groß)veranstaltungen, von denen es in Berlin jedes Jahr so einige gibt.
9. Sportentwicklungsbericht (SEB)
Ehrenamt stärken
Engagement fördern und würdigen.
Wirken die genannten Zahlen zunächst beeindruckend, zeigt ein genauerer Blick: insgesamt ist der Anteil an vor allem jungen Menschen, die sich in Deutschland im Bereich des Sports ehrenamtlich oder freiwillig engagieren, rückläufig. Auch dies ergab der aktuelle Sportentwicklungsbericht. Eine Entwicklung, die den Vereinen durchaus Sorgen bereitet. So sind die Engagierten doch häufig fest in Vereins- und Verbandstrukturen eingebunden und aus dem alltäglichen Trainings- und Vereinsbetrieb nicht wegzudenken – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie auch die so wichtige Nachwuchs- und Jugendarbeit aktiv mitgestalten. Denn mit ihrer Expertise und ihrem Einsatz sorgen auch sie dafür, dass Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche durchgeführt und die Nachwuchssportlerinnen und -sportler Teil eines aktiven und bereichernden Vereinslebens werden können.
Umso wichtiger ist es, ehrenamtlichen und freiwilligen Einsatz zu fördern und ausreichend anzuerkennen. In Berlin geschieht dies unter anderem mit der Berliner Ehrenamtskarte für überdurchschnittlich engagierte Bürgerinnen und Bürger. Als Dankeschön für ihren Einsatz erhalten die Engagierten (aus jeglichen Bereichen) Vergünstigungen bei öffentlichen und privaten Einrichtungen wie unter anderem Museen, Theatern, Schwimmbädern, Bibliotheken oder Kinos. Der Berliner FreiwilligenPass kann bei Bewerbungen oder Anrechnungsverfahren als Nachweis für bestimmte Kompetenzen eingebracht werden. Darüber hinaus vergibt der LSB jährlich verschiedene Auszeichnungen wie Ehrenplaketten sowie Ehrennadeln und ehrt Engagierte unter anderem mit der Wahl des Ehrenamtlichen des Jahres. Das Land Berlin vergibt zudem einmal jährlich die Ehrenplakette des Senats sowie den Verdienstorden des Landes Berlin. Um das Ehrenamt in der Berliner Sportlandschaft darüber hinaus zu fördern, bietet etwa der LSB Förderprogramme an, die Vereine und Verbände dazu befähigen sollen, Engagierte zu finden und langfristig in die Vereins- oder Verbandstrukturen einzubinden.
Ehrenamtskarte Berliner FreiwilligenPass
Ehrenamt hat viele Gesichter
Beispiele für vielfältiges Engagement im Berliner Sport
2025 wurde die damals 19 Jahre junge Lykka Maibaum vom FSV Hansa 07 zu Berlins Ehrenamtlichen des Jahres im Bereich Sport gewählt. Sie trainiert mehrmals die Woche die D1-Juniorinnen ihres Vereins. Der zweite Platz ging an Stephen Oertel, der sich als Schiedsrichterobermann, Ausbildungsleiter und Wettkampfrichter beim Berliner Schwimm-Verband e.V. engagiert. Und den dritten Platz sicherte sich Annika Waligora, die bei der Turngemeinde in Berlin 1848 e.V. seit 18 Jahren Übungsleiterin für Kinder ist.4 So verschieden Engagement im Sport sein kann, eines haben die Engagierten doch stets gemeinsam: Sie sind Teil einer (sportlichen) Gemeinschaft, die die Leidenschaft für eine Sportart im Speziellen und für Bewegung im Allgemeinen teilt und fördert. Das verdient Anerkennung, Applaus – und Strukturen, die freiwilligen sowie ehrenamtlichen Einsatz überhaupt erst ermöglichen. Berlin bleibt dran – und hat es sich aktiv zum Ziel gesetzt, die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement weiter zu verbessern.